Laut Hildegard von Bingen sind "Die Augen der Spiegel der Seele" - ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, ist Blickkontakt ein entscheidender Bestandteil der Kommunikation. Die Wissenschaft hat dies oft bestätigt, aber es gibt sicherlich Spielraum für Interpretation.
Kleck & Nüssle (1968) haben aus ihrer Studie folgendes abgeleitet: Wenn man mehr als 80% der Rede- / Gesprächszeit seinen Gesprächspartner ansieht, wirkt man selbstbewusster. Heißt das, dass wir ständig unser Gesprächspartner anschauen sollten? Wohltjen & Wheatley haben in ihrer Studie 2021 festgestellt, dass der gemeinsame, synchrone Blickkontakt nur dann passiert, wenn wir geteilte Aufmerksamkeit erleben. Sonst ist es dem Gespräch sehr dienlich, beim Sprechen und Denken mal weg zu schauen - eine Art "Augentanz" also!
Der Sprechwissenschaftler Orlando Schenk von der Akademie für gesprochenes Wort erklärt in einem kompakten und interaktiven Seminar, wie solche Ideen genutzt werden können, um die Art und Weise zu verändern, wie wir über Blickkontakt denken und ihn einsetzten.