Babels weiße Tauben

Ramina Abdullah-zadè und Danielle Barash: Sopran
Rostislav Balciunas: Perkussion
Michael Sattelberger: Orgel
Sprechensemble Akademie für gesprochenes Wort:
Jule Hölzgen, Orlando Schenk, Ramon Schmid
Zirkus Calibastra e.V.: Carla Ainslie, Luzia Barta, Sonja Brenner, Luise Haar, Nelly Isermann, Amélie Perol, Vicky Weller
Nino Perol: Einstudierung und Mitwirkung Calibastra
Ricardo Camillo: Einstudierung Akrobatik Sprechensemble und Sängerinnen
Angelika Luz: Idee, Regie und Gesamtleitung

Mit der sprichwörtlich gewordenen babylonischen Sprachverwirrung reagiert der alttestamentarische Gott Jahwe auf das menschliche Megaprojekt, einen gigantischen Turm in den Himmel zu bauen und damit die Steuerung der Welt zu übernehmen. Aktuell wie selten zuvor scheint diese Geschichte von unserer Gegenwart zu erzählen, in welcher transhumanistische Ideen die Unsterblichkeit des Menschen idealisieren. Die Verwirrung beendet das gleichgerichtete Funktionieren und stürzt das optimierte menschliche System des Turmbaus in ein Chaos. Jahwe greift ein, zum Wohle der Menschen. Er lässt die unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Ausdruckweisen erblühen – den lebendigen Gegenentwurf zur Gleichschaltung auf ein der Macht verpflichtetes Ziel, schöpferische Vielfalt statt Hierarchie und Zentrierung. Diese Geschichte vom Turmbau und seinen Folgen, so alt wie die Menschheit und die Kulturen übergreifend, gibt unserem „Spektakel“ den Rahmen. Wir widmen uns mit den Mitteln der Musik, der Sprache und der Akrobatik der Frage, wie sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen verständigen können – jenseits einer Einheitssprache.