Grußwort der Schirmherrin

Die Stimme ist wohl der direkteste Zugang zur Seele. In ihr spiegeln sich die feinsten Regungen unseres Innenlebens. Mit Reden wirken wir auf das Verhalten, Handeln und Fühlen anderer Menschen – und oft sogar auf unser eigenes. Mit Gesang dringen wir ins Innerste – mit Gesang bannte Orpheus selbst die Geister der Unterwelt. Doch wie das alles funktioniert, ist immer noch ein Geheimnis.

Die fachübergreifenden Stuttgarter Stimmtage versuchen schon seit vielen Jahren, sich diesem Phänomen auf vielfältige Weise anzunähern, in Theorie und Praxis, spielerisch und analytisch. Ich wünsche Ihnen dabei viele stimmungsvolle, bereichernde Erlebnisse.

Cecilia Bartoli
Cecilia Bartoli
© Decca / Uli Weber

Grußwort des Ministerpräsidenten

Zu den 8. Internationalen Stimmtagen von 30. September bis 3. Oktober unter der Schirmherrschaft von Cecilia Bartoli, einer der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Zeit, heiße ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie alle Gäste aus dem In- und Ausland herzlich in unserer Landeshauptstadt Stuttgart willkommen.

 

Auch in diesem Jahr ist das Programm außerordentlich vielfältig. Es ist seriös und poetisch, anspruchsvoll und populär. Sprache hat nicht allein in der Kunst, sondern in allen Bereichen unserer Gesellschaft eine große Bedeutung. Die Internationalen Stimmtage widmen sich in diesem Jahr dem wichtigen Thema „Das Phänomen Stimme: Analyse und Kritik“. Öffentliche Kritik und kritische Analyse gehören nicht nur für Politiker zum notwendigen Alltagsgeschäft. Sich der Kritik zu stellen, ist vor allem auch für Künstlerinnen und Künstler wie für alle, die Verantwortung in der Öffentlichkeit tragen, unverzichtbar. Dabei wird nicht selten ein und dieselbe künstlerische Leistung von verschiedenen Kritikern kontrovers diskutiert.

 

Im Mittelpunkt der zahlreichen Vorträge und Podiumsgespräche auf den Internationalen Stimmtagen stehen grundlegende Fragen, wie die nach Kriterien zur Analyse und Bewertung von gesprochenem Wort und Sängerstimme oder die nach allgemein gültigen Maßstäben und Konzepten für eine Gesangs- und Sprechpädagogik. In Arbeitskreisen und Meisterklassen werden therapeutische oder künstlerische Ansätze erprobt - auf dem Podium, im Rezitationstheater, in Konzerten, in Lesungen. Es wird kritisch analysiert, improvisiert, gespielt und experimentiert.

 

Allen Verantwortlichen der Akademie für gesprochenes Wort, die in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst diese Veranstaltung organisiert haben, danke ich für ihren engagierten Einsatz. Die Internationalen Stimmtage sind ein bedeutendes interdisziplinäres Forum, bei dem alle zu Wort kommen: Sprech- und Sprachwissenschaftler, Logopäden, Schauspieler und Stimmkünstler ebenso wie Pädagogen und Kulturwissenschaftler, aber auch interessierte Laien. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünsche ich spannende Diskussionen, interessante Begegnungen und eindrucksvolle Tage in Stuttgart.

 

Stefan Mappus


Ministerpräsident Stefan Mappus
© Staatsministerium Ba-Wü

Grußwort des Oberbürgermeisters

Seit der Gründung der Akademie für gesprochenes Wort im Jahr 1993 hat die Einrichtung sich der Stimme verschrieben, und das im wahrsten Sinne des Wortes: dem Phänomen Stimme auf die Spur kommen, sich mit der Stimme und ihrem Vermögen beschäftigen, die Stimme schulen und überhaupt – den Wert der Stimme erkennen und mit diesem Werkzeug arbeiten, das ist Ziel und Inhalt der Arbeit der Akademie für gesprochenes Wort. Ergebnis dieser Auseinandersetzung ist die Schulung von Menschen in der freien Rede, in der Diskussion, ist die Kultivierung der Sprech- und Vortragskunst, ist die Schärfung des Bewusstseins für die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der gesprochenen Sprache. Was mittels Sprache alles möglich ist, das beweist immer wieder in herausragender Weise das Sprecherensemble der Akademie für gesprochenes Wort, das mittlerweile zum festen Kulturangebot der Stadt gehört.

 

Die Beschäftigung mit dem Phänomen Stimme hat bei der Akademie für gesprochenes Wort die „Internationalen Stimmtage“ hervorgebracht, eine mehrtägige, alle zwei Jahre auch von der Landeshauptstadt Stuttgart geförderte Tagung unter Einbeziehung wichtiger wissenschaftlicher Diskussionen und Auseinandersetzungen. In diesem Jahr widmen sich die Stimmtage dem Thema „Analyse und Kritik“, wollen der Frage nachspüren, welche Kriterien letzten Endes denn wirklich zur Verfügung stehen, wenn die Stimme einer Künstlerin, eines Künstlers beurteilt wird – ein spannendes und sicherlich auch heiß diskutiertes Thema. Renommierte Wissenschaftler und Künstler werden nicht nur in Vorträgen den Stand der Forschung reflektieren, sondern es werden über 40 Workshops und Meisterklassen angeboten, in denen therapeutische oder künstlerische Ansätze erprobt und experimentell durchgespielt werden.

 

Es freut mich, dass die Akademie für gesprochenes Wort auch in diesem Jahr bei der Ausrichtung der Stimmtage auf die bewährte Zusammenarbeit mit der Staatlichen Hochschule für Darstellende Kunst und Musik Stuttgart zurückgreifen kann. So verschränken sich Theorie und Praxis auf eine natürliche Weise, und es bieten sich auch für die Studierenden Einblicke in die konkrete Arbeit.

 

Ich wünsche allen Gästen aus dem In- und Ausland, allen Stimm-Neugierigen gelungene Tage, einen reichen Erfahrungsaustausch und einen angenehmen, interessanten Aufenthalt in Stuttgart.

 

Dr. Wolfgang Schuster


OB Wolfgang Schuster
© Stadt Stuttgart