Das Phänomen Stimme: Die Stimme des Anderen

Identität und Alterität – das Bewegen zwischen dem Eigenen und dem Anderen in der Stimme und durch die Stimme steht im Mittelpunkt der 9. Internationalen Stuttgarter Stimmtage. Die Stimme ist Teil der eigenen Person, sie verweist auf den eigenen Körper, auf die individuelle Stimmung, auf sich selbst. Sie ist Ausdruck von Identität und Authentizität. Gleichwohl klingt im Eigenen das Andere in verschiedensten Formen an – auf der Bühne wie im Alltag, im Singen wie im Sprechen.

Die Stimme des Anderen kann sich mit der eigenen verbinden. Sie können ineinander aufgehen, ob singend oder sprechend, im Chor oder im Fußballstadion. Hier verflüssigen sich Identitäten und entstehen neue. Die Stimme des Anderen kann Geborgenheit geben, aber auch zur Bedrohung werden.

Die Stimme des Anderen kann für die eigene einstehen: die künstliche Stimme für den Stimmlosen, der Anwalt für den Mandanten, die Figurenspielerin für die Puppe. Hier wird Schweigen überbrückt, durchbrochen oder Unbelebtes lebendig.

Die Stimme des Anderen kann in der eigenen hörbar werden, wenn in der Stimme der Tochter die Mutter klingt, in der Stimme des Mannes die Frau oder in der Gesangsstimme Ungewohntes, Fremdes, scheinbar Unmögliches erklingt. Hier öffnet die Stimme des Anderen Assoziationsräume und kann irritieren.

Diese Assoziationen sollen die 9. Internationalen Stuttgarter Stimmtage bestimmen. Die Vorträge und Podien befassen sich mit den verschiedenen Facetten, in denen das Andere im Eigenen hörbar wird. In Meisterklassen und Workshops kann das Eigene durch Erfahrung und Reflektion erweitert und verändert werden, in den Aufführungen und Lesungen das Andere aufgenommen werden.

Prof. Dr. Kati Hannken-Illjes

Das Programmkomitee der Internationalen Stuttgarter Stimmtage lädt Sie herzlich ein!

Prof. Dr. Lutz-Christian Anders, Sibrand Basa, Annikke Fuchs-Tennigkeit, Prof. Dr. Kati Hannken-Illjes, Dr. Gabriele Hinrichs, Eva Kleinitz, Prof. Franziska Kötz, Prof. Kornelia Krawutschke, Prof. Uta Kutter, Prof Angelika Luz, Prof. Dr. Andreas Meyer, Sergio Morabito, Prof. Dr. Bernhard Richter, Prof. Dr. Hans-Ulrich Schnitzler und Gisela Lohmann